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06.09.2010
 
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"Nondum alea iacta est“ – der Würfel ist noch nicht gefallen!


 

Was ist dieser Würfel und woher kommt er?

1980 wurde der Würfel bei archäologischen Ausgrabungen in Schwarzenacker gefunden. Es handelt sich um einen geometrischen, mathematisch vollkommenen Körper dessen Nutzen und Bedeutung bis heute unklar ist. Vermutungen gehen dahin, dass es sich um einen keltisch-römischen Gegenstand handelt.

Ursprüngliche Nutzung des Pentagondodekeaders unklar

Ein hohler Würfel mit 12 gleichmässigen Fünfeckflächen, 20 Ecken und 30 Kanten, die auf 100 Diagonalen beruhen. Dies sind die Zutaten, die man benötigt, um einen geometrischen Körper zu schaffen, dessen Nutzen noch in den Sternen steht. Die ersten Vermutungen stellte Platon an, der sich das Aussehen des Universums so vorstellte wie das Pentagondodekaeder. Archäologen späterer Zeit glaubten, dass es sich bei dem Würfel um den oberen Teil eines Zepters oder eines Kommandostabes handle. Auch die Vermutung, es sei ein Vermessungsgegenstand, wurde in Erwägung gezogen. Weitere Meinungen über den Nutzen des Pentagondodekaeder , es handle sich um einen Spielwürfel oder einen Kerzenständer, wurden in die engere Wahl der Entscheidungen genommen, da an einem Fundstück anklebendes Wachs gefunden wurde. Doch die meisten Vermutungen beziehen sich auf die mystisch-kultische Funktion des Pentagondodekaeders. Dieser Ansatz zeigt, dass man eigentlich keine Ahnung vom Sinn dieses Körpers hat. Bis heute wurden mehr als 80 dieser „vollkommensten mathematischen Figuren“ aus keltisch-römischen Fundschichten entdeckt, die meist faustgross, hohl und leicht waren. Das 1980 in Schwarzenacker gefundene Objekt ist leicht beschädigt. Es fehlen zwei Kugeln bzw. Knöpfe, die beiden gegenüberliegenden Löcher einer der sechs Achsen sind ungleichmässig gerundet und nicht von einem Zierwulst umrandet, was auf eine Art Halterung für ein Zepter oder etwas Ähnliches hinweist. Die runden Aussparungen in den Fünfecken, deren Durchmesser sehr unterschiedlich sind, und der Gesamtdurchmesser des Pentagondodekaeders lassen auf Zufall schliessen, da keines der Masse mit den römischen Massen in Verbindung zu bringen ist. In Genf wurde ein Silberblech überzogener Bleiwürfel gefunden, auf dessen 12 Flächen die Symbole der Sternzeichen eingraviert sind. Mit diesem Fund lässt sich ein Bogen von der Trivialen bzw. zweckmässigen Bestimmung des Würfels zu der astrologischen Bedeutung dieses Körpers ziehen. Es ist anzunehmen, dass dieser Fund in Genf zu „spielmässigem Wahrsagen“ verwendet wurde.

Warum wurden solche Fünfecke hergestellt?

Die Frage, warum Fünfecke konstruiert wurden, ist nicht ganz geklärt. Man vermutet, dass die Pentagramme, die schon immer böse Geister abhalten und vertreiben sollten, ein Zeichen der Druiden waren. Die Druiden schützten so ihre Dorfgemeinschaften vor dem Teufel und seinen Gehilfen. Man denke in diesem Zusammenhang nur an den Dru(i)denfuss, der sich vor der Türschwelle von Faust befand, und über den sich Mephisto nicht hinwegsetzen konnte! Man könnte sich also vorstellen, dass das Pentagondodekaeder eine Art „Druidenwürfel“ darstellt, das die meisten Magier als Symbol ihrer herausragenden Fähigkeiten mit sich führten. Vielleicht war es aber auch eine frühe dreidimensionale Darstellung des „Karlsberg-Sternes“, der zwar ein Hexagon bildet, doch diese Ungenauigkeit liesse sich ja als Sehschwäche aufgrund zu hohen Alkoholkonsums (des hier gebrauten Bieres) erklären.

"Errare humanum est" (Irren ist menschlich)

Der wahre Sinn dieses handwerklich sehr schwer herzustellenden Gegenstandes wird also die Wissenschaftler und Hobby-Archäologen noch einige Zeit Nerven kosten, doch der künstlerische Wert und die zum Schmunzeln anregenden Namensvariationen des „Rhododendronkatheters“, wie er fälschlich von einem Besucher des Römermuseums in Schwarzenacker bezeichnet wurde, werden hoffentlich darüber hinweghelfen, denn über Kunst lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und sollten sich all diese Vermutungen doch als falsch herausstellen, so sollte man es mit den Worten des Kirchenlehrers Hieronymus (um 340 n. Chr.) tragen: “Errare humanum est“ (Irren ist menschlich).

 


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