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Der zu schweren Gewittern in den USA und damit vor allem zu Tornadorisiken exponierte CAT Bond Mariah Re hat, nachdem in der Vergangenheit die Preise der beiden ausstehenden Klassen dieses Bonds bereits nachgegeben haben, nochmals einen deutlichen Kursrückgang erlitten. Die riskantere Tranche fiel dabei unter 2 Cents, womit der Markt einen Totalausfall als höchstwahrscheinlich erachtet. Die darüber liegende konservativere Klasse, die ursprünglich 2.5% des Fondsvermögens ausmachte ist nun bei rund 20 Cents bewertet. Die herben Kursverluste haben auch deutliche Spuren in unserem Portfolio hinterlassen und schlagen in der ersten Oktoberwoche mit einem Verlustbeitrag von 70 Basispunkten zu Buche.
Die US Tornado-Saison 2011 war aussergewöhnlich schwer und gilt als eine der schlimmsten der letzten 50 Jahre. Allein im April wurden 875 Tornados gezählt, was einen neuen Rekord für in einem einzigen Monat beobachtete Tornados darstellt. Am 22. Mai traf ein Tornado die Stadt Joplin, wodurch Schäden in der Größenordnung von 2 Mrd. USD entstanden. 2011 ist zudem das Jahr mit den meisten Todesopfern durch Tornados seit 1936.
Die Schadensermittlung für Mariah Re basiert auf sogenannten modifizierten Industrieschäden. Hierbei werden die von einer unabhängigen Drittpartei – Property Claims Services PCS – ermittelten Versicherungsschäden, für die die Industrie aufkommen muss, mit Gewichtungsfaktoren multipliziert. Die so ermittelten Versicherungsschäden werden, solange sie über 10 Mio. liegen und bis zu einem Maximalbetrag von 300 Mio. pro Ereignis, über den gesamten Jahresverlauf aggregiert und bilden den Schadensindex, anhand dessen die mögliche Auszahlung ermittelt wird. Nach dem Jahresende wird der Index für das folgende Jahr wieder auf null gesetzt.
Zum heutigen Zeitpunkt sind 19 Ereignisse für die Schadensermittlung relevant, die einen Gesamtschadensindex von 790 Mio. USD ergeben. Damit wird der Betrag von 725 Mio. USD, ab dem die riskantere Klasse von Mariah Re auszahlt deutlich überschritten, jedoch sind die 825 Mio. USD, ab denen es zu einer Zahlung aus der konservativeren Klasse kommt noch nicht erreicht. Da PCS jedoch bis zu 18 Monaten nach dem Versicherungsereignis noch die Schäden revidieren kann, besteht eine gewisse Unsicherheit über die Entwicklung der Schadenszahlen aus den vergangenen Ereignissen. Von den 19 relevanten Ereignissen sind 11 bereits vollständig abgeschlossen, hier kann es nicht zu einer Erhöhung des Schadensbeitrages kommen. Dabei handelt es sich vor allem um Tornadoereignisse mit kleineren Versicherungsschäden. Für die verbleibenden 8 Ereignisse, deren Schadenszahlen sich noch verändern können, werden üblicherweise alle 60 Tage Aktualisierungen publiziert. Wir erwarten den nächsten Report in der zweiten Oktoberhälfte.
Der jüngste Kurssturz der konservativeren Klasse des Mariah Re Bonds ist auf die Unsicherheit des Schadensentwicklungspotentials zurückzuführen. Vorhersagen über die Entwicklung der publizierten aber noch nicht geschlossenen Schadensereignisse ist höchst spekulativ. Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen sehen wir es zwar ebenfalls als wahrscheinlich an, dass es in der konservativen Klasse des CAT Bonds zu einer Nominalwertreduktion kommt, glauben aber, dass der Markt ein sehr konservatives Szenario einpreist. Da es sich bei der diesjährigen Tornadosaison um eine Saison mit extremen Schadens- und Opferzahlen handelt, muss aber auch angemerkt werden, dass sich Mariah Re entsprechend der Risikomodellierung, die die Wahrscheinlichkeit eines Verlusteintritts der konservativen Klasse als ein 50 Jahres Ereignis einschätzt, verhält.
Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dieser Position auf dem Laufenden halten. Insbesondere werden wir Sie über die Ergebnisse unserer Analysen der Schadensberichte informieren, sobald diese veröffentlicht werden.